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Die Welt ist rund
Hans Georgi präsentierte Erich Kästner für Erwachsene

Rückblick: Freitag, 21. Oktober
Wie schon im Programm angekündigt, stand dieser Abend nicht im Zeichen des Kinder- und Jugendbuchautors Erich Kästner. Dessen Werke, wie „Emil und die Detektive“, „Das doppelte Lottchen“, „Pünktchen und Anton“ oder „Das Fliegende Klassenzimmer“ sind vielen Erwachsenen aus Ihrer Kindheit und Jugend bekannt und haben bis heute nichts von ihrer Popularität verloren.
Der Kabarettist und Musiker Hans Georgi aus Aachen zeigte unter dem Titel „Die Welt ist rund“ die andere Seite des Schriftstellers und Lyrikers. In seiner zweistündigen Vorstellung führte Georgi die gut 120 Besucher in der voll besetzten Markthalle der Scheune Leiber durch das Leben Erich Kästners und erinnerte in seiner kabarettistischen Hommage an den Autor.
Erich Kästner wurde 1899 in Dresden geboren und starb 1974 in München. Somit war sein Leben geprägt von der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Kästners Herz hing vor allem an seiner sog. „Gebrauchslyrik“ aus den 30er Jahren, deren Aktualität für die heutige Zeit Hans Georgi im Laufe des Abends immer wieder herausstellte. Viele der Gedichte reiben sich an den politischen und gesellschaftlichen Zuständen, sind aber niemals revolutionär, niemals gewaltsam.
In „Fantasie von übermorgen“ prangert er das unnütze Führen von Kriegen an, in „Das Riesenspielzeug“ die hohe Arbeitslosigkeit in den frühen 30er Jahren und in „Weihnachtslied, chemisch gereinigt“ heißt es: Heute Kinder, wird’s nichts geben, nur wer hat, kriegt noch geschenkt.“
Über und für den Menschen schrieb er. Und dass das, was Kästner schrieb, längst nicht der Vergänglichkeit angehört, bewies Georgi, indem er den aktuellen Bezug zur Gegenwart herstellte. Hans Georgi zuzuhören, bedeutete zwischen den Worten zu lauschen, aufzupassen. Nachdenken erwünscht! Das hat viel Ähnlichkeit mit Erich Kästner, der uns sagen will: „Die Welt ist nicht besser geworden – der Mensch der Gleiche geblieben.“
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