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HIT ME – KILL ME – KISS ME
Ausstellung vom 16.07.2010 bis 13.08.2010
Arbeiten von Till Julian Huss
Ausstellungseröffnung am
Freitag 16. Juli 2010, 20.00 Uhr
GALERIE HANS TEPE
Kolpingstraße 2
! NEUE ADRESSE !
D49401 Damme
Titel: The after dinner payback
Jährlich sterben in den USA etwa 30.000 Menschen durch die Verwendung von Schusswaffen, deutlich mehr Opfer als in den Kriegen in Afghanistan und im Irak. Die Medien sind täglich gestopft mit Berichten über Mord, Totschlag oder Selbstmord durch den Gebrauch von Gewehren und Pistolen. Annähernd 1/4 Milliarde befinden sich in amerikanischen Privatbesitz, etwa jeder zweite Haushalt hat wenigstens eine Waffe. Mord aus Eifersucht, Selbstmord aus Hoffnungslosigkeit, Schüsse auf vorbeifahrende Fahrzeuge aus Langeweile oder auf Autofahrer, die einem die Vorfahrt genommen haben. Schusswaffen und ihr Missbrauch sind Alltagsleben. Bis heute ist es beim Thema Waffen in den USA wie im Wilden Westen. Gewalt als Option.
Hit me, kill me, kiss me. Ein Ausstellungstitel im Imperativ, vergleichbar mit der reißerischen Überschrift einer Boulevardzeitung. Die Medienmacher der Gegenwart wissen um die Macht der ästhetisierten Bildsprache von Gewalt, stilisieren Banditen, Mörder und ihre Verfolger zu Helden blutrünstiger Kämpfe und schaffen damit ein neues Genre - sie sind die Paten von Actionfilmen und TV-Krimis.
“Das Verbrechen ist Anreiz unserer Phantasien bis hin zu den Fernsehserien der Gegenwart”, sagt Robert Badinter, französischer Justizminister unter Präsident Francois Mitterrand. Die Faszination der Künste für Mord und Gewalt lässt sich von Louis Villeneuve über Goya bis in die Gegenwart zurück verfolgen, wie die Ausstellung “Crime et châtiment” bis zum 27. Juni im Pariser Musée d’Orsay verdeutlichte. Die Künstler dokumentieren die Gewaltexzesse ihrer blutigen Zeit.
Dort ließe sich das Werk von Till Julian Huss unmittelbar anknüpfen. Mit beinahe morbider Vorliebe konzentriert sich der Maler auf die Darstellung des Tabubruchs, auf Momente der Bluttat. Er greift längst Realität gewordene Filmstills auf und verarbeitet sie zu schockgefrorenen Momentaufnahmen. Der Tatort verliert seine Form, lediglich Straßenränder bleiben erkennbar. Der Konflikt kennt keinen festen Ort. Er findet überall statt. Jäger oder Gejagte, Verfolgung oder Flucht, Täter oder Opfer? Die Personen bleiben unerkannt. Nicht sie stehen im Vordergrund, sondern die Tat und der stets offen gehaltene Ausgang.
Die Ausstellung ist vom 16. Juli ab 20.00 Uhr (Vernissage) bis zum 13. August 2010 in den neuen Räumen der Galerie Hans Tepe in der Kolpingstraße 2 in Damme zu sehen.
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