Das Geheimnis von „An Rinn“

Unbändige Spielfreude im Konzert

An Rinn in DammeSie waren kaum zu bremsen in ihrer Spielfreude, die fünf Musiker von „An Rinn“ um den Iren Brian McSheffrey, denn tatsächlich unterhielten sie über drei Stunden lang am Freitagabend im Dammer Rathaus die Konzertbesucher des Kunst- und Kulturkreises, die somit gänzlich auf ihre Kosten kamen. Spontan gab McSheffrey das Lob auch an das Publikum weiter: Es sei wirklich „ausgezeichnet“.

Der Kopf des Folk-Quintetts war es denn auch, der in verschmitztem „Denglisch“ die insgesamt 33 Stücke moderierte, recht launig und bisweilen schnodderig. Das passte durchaus, denn die Gradlinigkeit der Musik und ihre Spontaneität blieben bis zum letzten Ton erhalten. Schließlich schafften die fünf versierten Musiker es, das Publikum unkompliziert so in die eigenartige Folk-Atmosphäre einzubinden, dass die Zuhörer gar nicht genug bekommen konnten.

An Rinn

Was ist nun das Geheimnis dieser Art Musik, die allezeit authentisch wirkt und wahrhaft ergreift? Sicher ist es die einfache Melodik der Folklore, die sich gern, mitunter endlos zu wiederholen scheint, auch wenn die Musiker sie ständig variieren und kleine Ausflüge in den Jazz unternehmen. Sicher sind es die Instrumente, die in ihrer Kombination ein charakteristisches Klangbild ergeben, das dem Ohr schmeichelt: das Banjo, die Geige, die Bodhrán, die Handharmonika, die Tin Whistle und sogar der Hammer Dulcimer. Vor allem aber dürfte es die Virtuosität der vielseitigen Interpreten sein, die mitunter so rasant besticht, dass der Hörer den Atem anhält.
An Rinn
Aber noch mehr: Der Balladencharakter der Stücke dominiert, einfache Geschichten aus dem Leben gegriffen, fast schon mythisch und deshalb leicht nachvollziehbar, an menschliche Urerfahrungen anknüpfend. Nicht umsonst fühlte man sich bei so manchem Stück an mittelalterliche Musik erinnert. Und dann kennt die Folklore, deren Bogen sich bei „An Rinn“ weit über die irische und schottische hinausspannte, jeglichen Gefühlsausdruck von überschwänglicher Freude bis zur Wehmut. Ja, vielleicht liegt gerade das Geheimnis des irischen Folk darin: Jedes Lied bringt Freude und Wehmut zugleich, ohne Weiteres nachvollziehbar, spontan gespielt, unmittelbar ergreifend. Der Verstand als Mittel zum Verständnis ist nicht gefordert.

So gab es denn niemand an diesem erfüllten Abend, der von „An Rinn“ nicht angesteckt und entflammt wurde, denn selbst nach drei Stunden abwechslungsreichen Spiels entlockten die Zuhörer dem Quintett noch zwei Zugaben.

Pressemitteilung: Wolfgang Friemerding

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